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Gesundheit heute

Auf diesen Seiten finden Sie interessante Artikel rund um das Thema Gesundheit.

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind wie Vitamine lebensnotwendig und müssen ebenfalls mit der Nahrung zugeführt werden. Anders als einige Vitamine sind die nicht organischen Mineralstoffe unempfindlich gegenüber Hitze oder Sauerstoff. Durch übermäßig langes Kochen können sie jedoch in das Kochwasser übergehen und mit diesem weggeschüttet werden.

Mineralstoffe werden in Mengenelemente und Spurenelemente unterteilt. Mengenelemente (Elektrolyte) wie Kalzium, Magnesium, Natrium oder Phosphor kommen in relativ hohen Konzentrationen im Organismus vor, entsprechend hoch ist der Tagesbedarf. Von Spurenelementen wie Eisen, Zink oder Selen benötigt der Körper dagegen nur sehr kleine Mengen (unter 50 mg). Während manche Spurenelemente lebenswichtig sind (essenzielle Spurenelemente, z. B. Zink, Eisen, Jod, Kupfer), ist die biologische Funktion anderer Spurenelemente (z. B. Blei, Nickel oder Quecksilber) teilweise noch unklar.

Die meisten Mengen- und Spurenelemente werden bei einer einigermaßen ausgewogenen Ernährung ausreichend zugeführt. Ein Risiko für eine Unterversorgung haben vor allem Menschen, bei denen die Nahrungsverwertung gestört ist (z. B. Alkoholiker oder Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen) oder die einen besonders hohen Bedarf haben (z. B. in der Schwangerschaft). Umgekehrt sind Folgeschäden durch eine zu hohe Aufnahme aus der Nahrung praktisch ausgeschlossen. Sie drohen aber, wenn man Mineralstoffe über längere Zeit als überdosierte Nahrungsergänzung gezielt zuführt oder sie auf anderem Wege aufnimmt (z. B. durch Metallstäube in der Industrie).

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

Höhere Sterberate bei dicken Kindern

Körperliche und psychische Folgen

Wer seit seinen Kindertagen zu dick ist, entwickelt später ernsthafte Folgeerkrankungen wie Gicht und Diabetes. Doch nicht nur das: Stark übergewichtige Kinder haben schon als junge Erwachsene ein deutlich erhöhtes Risiko, durch Selbstmord oder eine Krankheit zu Tode zu kommen.

Pfunde schon ab 20 Jahren riskant

Starkes Übergewicht (Adipositas) begünstigt Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Arthrose, Fettstoffwechselstörungen und verschiedene Krebsformen. Je früher der Körper mit den zusätzlichen Pfunden und den damit verbundenen Stoffwechselstörungen zu kämpfen hat, desto früher wird es kritisch. So verwundert es auch nicht, dass bei Menschen, die seit ihrer Kindheit stark übergewichtig sind, das Sterberisiko im mittleren Lebensalter erhöht ist.

Doch offenbar wird starkes kindliches Übergewicht schon viel früher gefährlich, wie eine schwedische Arbeitsgruppe herausgefunden hat. Sie verglich die Daten von über 7000 jungen Erwachsenen, die im Alter von 3 bis 18 Jahren in ein Adipositas-Register aufgenommen worden waren, mit knapp 35000 normalgewichtigen Kontrollen.

Doppelt so viele Selbstmorde

Insgesamt wurden 104 Todesfälle registriert, das Durchschnittsalter der Verstorbenen betrug 22 Jahre. Dabei waren in der Gruppe der seit Kindheit stark übergewichtigen Menschen deutlich mehr Personen verstorben als in der Gruppe der Normalgewichtigen. Haupttodesursache in beiden Gruppen waren Selbstmord und Selbstverletzungen, bei den zum Tode führenden Erkrankungen handelte es sich vor allem um Krebs und Infektionen.

Selbstmord und Selbstverletzungen traten bei den Übergewichtigen doppelt so häufig auf, und auch bei Krebs und Infektionen hatten sie eine vierfach höhere Todesrate als die Menschen ohne Gewichtsprobleme. Bei mehr als jedem viertem der seit Kindheit übergewichtigen Verstorbenen war die Adipositas Grund oder zumindest beteiligter Faktor für den Tod, berechnen die Autoren.

Körperliche und psychische Ursachen

Die Ursache für diese frühe erhöhte Sterberate ist unklar, die Studienautoren gehen davon aus, dass körperliche und psychische Faktoren eine Rolle spielen. So sei starkes Übergewicht schon bei Kindern mit fatalen Folgen wie Fettleber, Insulinresistenz und systemischen Entzündungsprozessen, aber auch Diskriminierungen, Hänseleien und Depressionen verbunden. Folgestudien sollen klären, ob eine erfolgreiche Adipositastherapie das frühe Sterberisiko reduzieren kann.

Quelle: Springer Medizin

28.05.2020 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: kwanchai.c/Shutterstock.com