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Neurologie

Neurologie

Kein anderes Organ fasziniert den Menschen so sehr wie das Gehirn. Diese graue Masse von 1 400 Gramm soll „den Menschen zum Menschen“ und einzigartig auf dieser Welt machen? Soll der Grund dafür sein, dass Männer anders ticken als Frauen und Pubertierende manchmal ganz aus dem Takt geraten? Worin unterscheiden sich die „grauen Zellen“ eines Albert Einstein oder Ludwig van Beethoven von den unsrigen? Auch die Vielfalt menschlicher Empfindungen wirft Fragen auf. Wie etwa können in so enger Nachbarschaft abgrundtiefer Hass und innigste Liebe gleichermaßen entstehen? Auch vermag kein anderes Organ den Menschen so scheinbar unverrückbar im Unglück zu fixieren wie das eigene Gehirn – man denke etwa an den ersten Liebeskummer. So wundert es nicht, dass Erkrankungen des Gehirns eine besondere Dimension haben. Jede von ihnen betrifft den Kern des Menschen.
(Bild: Blend Images Photography/veer)

Alzheimer im Blut erkennen?

Ganz ohne PET oder Liquorpunktion

Lässt sich eine Alzheimer-Demenz bald mit einem einfachen Bluttest nachweisen? Ein für diese Erkrankung spezifisches Tau-Protein soll´s möglich machen.

Bluttest statt Liquorpunktion

Bisher sind zur Diagnose einer Alzheimer-Demenz Verfahren wie eine Liquorpunktion mit anschließender Untersuchung der Hirnflüssigkeit oder eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) erforderlich. Als Screeningverfahren auf Alzheimer eignen sich die beiden Methoden jedoch kaum, da sie aufwändig und schmerzhaft bzw. teuer sind.

Forscher sind nun jedoch einem Alzheimer-Marker auf der Spur, der Frühdiagnose und Screening im Blut ermöglichen soll. Dabei handelt es sich um Tau-Proteine, die sich bei der Alzheimerschen Erkrankung ebenso wie die bekannten Beta-Amyloide im Gehirn ablagern. Über den Liquor gelangen diese Proteine in das Blut, wo sie mit einem Test nachgewiesen werden können.

Schon vor Gedächtnislücken nachweisbar

Ob sich Tau-Proteine als Marker für eine Alzheimer-Erkrankung eignen, prüften schwedische Forscher an 3 Gruppen mit über 1300 Teilnehmern. Dazu untersuchten sie früher entnommene, tiefgefrorene Blutproben der Probanden auf Tau-Proteine und andere mögliche Alzheimermarker. Dann verglichen sie die Ergebnisse mit den PET-Aufnahmen oder — bei Verstorbenen — mit Untersuchungen des Hirngewebes. Es stellte sich heraus, dass ein spezielles Tau-Protein (P-tau217) bei Alzheimer schon früh nachweisbar war, in einigen Fällen sogar schon Jahrzehnte, bevor die Betroffenen Alzheimertypische Beschwerden wie Gedächtnislücken, Verwirrung oder Sprachprobleme entwickelten.

So gut wie eine PET

Der Bluttest auf P-tau217 erwies sich den Forschern zufolge als sensitiver und spezifischer Marker für die Diagnose der Alzheimerschen Erkrankung. Er war genauso zuverlässig wie die PET und deutlich besser als andere Substanzen, die als Alzheimer-Marker diskutiert werden (P-tau181 oder Neurofilament light). Bevor der Bluttest zur Diagnose oder Screening eingesetzt wird, bedarf es aber noch weiterer Verfeinerungen, erklären die Forscher. Dafür soll der Test nun in einer größeren Patientengruppe erprobt werden.

Quelle: Ärzteblatt

27.08.2020 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Parilov/Shutterstock.com